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3,5 - 4 Sterne: Spannende Urban Fantasy mit einer Anti-Heldin
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?) Rezension bezieht sich auf: Spider's Bite: An Elemental Assassin Book (Taschenbuch) Gin Blanco arbeitet unter dem Decknamen "The Spider" als Auftragsmörderin. Neben ihren Messern steht ihr als so genannte Elemental auch Magie zur Verfügung. Gin kann Steine und Eis beeinflussen, setzt diese Fähigkeiten jedoch nur sparsam ein. Sie verlässt sich lieber auf gute, altmodische Handarbeit. Gin nimmt einen hochdotierten neuen Auftrag an, nur um zu ihrem Schrecken feststellen zu müssen, dass sie betrogen worden ist. Eine mächtige Elemental, die Luft manipulieren kann, hat sie in eine Falle gelockt und Fletcher, Gins Mentor und Ersatzvater, brutal getötet. Gin kann mit knapper Not entkommen und schwört blutige Rache. Dafür braucht sie allerdings die Unterstützung von Donovan Caine, einem der wenigen ehrlichen Polizisten in ihrer Heimatstadt Ashland. Caine könnte Gin zum Verhängnis werden und zwar in mehrerer Hinsicht: Sie fühlt sich enorm von dem aufrichtigen Mann angezogen, der aber alles in seiner Macht stehende tun will, um sie aus dem Verkehr zu ziehen. Ärger ist somit vorprogrammiert und die gegnerische Elemental macht Gin ebenfalls das Leben schwer.
Insgesamt hat mir SPIDER'S BITE gut gefallen. Gin ist eine interessante Hauptfigur, die zwar über weite Strecken recht abgebrüht agiert, aber trotzdem einen verborgenen weichen Kern hat. Sie ist von ihrer tragischen Vergangenheit geprägt und hat aus harter Erfahrung gelernt, ihre sanfteren Seiten vor der Welt zu verstecken. Sie handelt logisch, weiß, was sie tut, und kann sich ihrer Haut erwehren. Trotzdem wirkt Gin nie wie eine unbesiegbare Superfrau sondern hat auch glaubwürdige Schwächen. Auch die Nebenfiguren in SPIDER'S BITE konnten mich überzeugen. Besonders angetan war ich von Finn, Fletchers Sohn, den eine Bruder-Schwester-Beziehung mit Gin verbindet. Caine hat mir ebenfalls recht gut gefallen, obwohl ich mir gewünscht hätte, etwas mehr über ihn zu erfahren. Über Gins Antagonisten erfährt man nicht genug, um sich ein wirkliches Bild über ihren Charakter zu machen, aber sie haben allesamt nachvollziehbare Motive und stellen teilweise interessante Herausforderungen für unsere Attentäterin dar. Der Handlungsverlauf in SPIDER'S BITE ist geradlinig und logisch und durchaus spannend. Auch die Mythologie des Romans ist wohl durchdacht und stimmig. Die Elementals können Feuer, Eis, Luft und Stein beeinflussen, es gibt Vampire, Zwerge, Giganten und natürlich die einfachen Menschen. Der Schauplatz der Handlung - die Stadt Ashland - ist stimmungsvoll beschrieben und macht Lust auf mehr. Jennifer Estep weiß ganz offensichtlich, was sie tut, dennoch gab es einen Aspekt, der mich an SPIDER'S BITE gestört hat. Estep hat die Gewohnheit, Sachverhalten wieder und wieder im Handlungsverlauf zu erwähnen. Unzählige Male wird beschrieben, wo Gin ihre Messer versteckt, was das Schicksal ihrer Familie ist, wie sie sich nach Fletchers Tod gefühlt hat, und so weiter und so weiter. Finden zum Beispiel ihre Schwestern Erwähnung, wird ohne Ausnahme erklärt, wer die Ältere und wer die Jüngere ist, die Augenfarben von Finn und Caine werden immer wieder beschrieben. Für diese Beschreibungen werden auch stets die gleichen Phrasen verwendet, was auf Dauer ermüdend ist. Ich weiß nicht, ob Jennifer Estep dies bewusst als Stilmittel eingesetzt hat oder nicht, aber ich fand diese Wiederholungen einfach nur lästig und vor allem unnötig. Ich habe schon beim ersten Mal verstanden, was mir mitgeteilt werden soll und ich denke, dass es den anderen Lesern nicht anders gehen wird. Nichtsdestotrotz hat mir SPIDER'S BITE alles in allem gut gefallen und ich werde mir auf jeden Fall die Fortsetzung WEB OF LIES ansehen. Durchaus empfehlenswert.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 10. Juli 2010 |