Solider Einstieg in eine neue Urban Fantasy-Serie
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(TOP 500 REZENSENT)    Rezension bezieht sich auf: Skinwalker: A Jane Yellowrock Novel (Taschenbuch) Jane Yellowrock ist etwas Besonderes. Als Cherokee Skinwalker kann sie die Gestalt der verschiedensten Tiere annehmen und nützt diese Fähigkeit, um Jagd auf Vampire zu machen. Nachdem sie sich einen Namen als Jägerin gemacht hat, wird sie von der berühmten Bordellbesitzerin/Vampirin Katie Fontaneau in New Orleans angeheuert, um einen außer Kontrolle geratenen Vampir aufzuspüren, der Menschen und andere Blutsauger gleichermaßen tötet. In New Orleans angekommen, nimmt sie ihre Ermittlungen auf. Es dauert nicht lange, bis Jane in den Fokus des Vampirrats gerät, der unbedingt ihre wahre Natur aufdecken will, die sie jedoch mit allen Mitteln zu verbergen sucht. Dann ist da auch noch der gutaussehende Rick, der Jane den Kopf verdreht und sie bei ihrem Auftrag unterstützen will, wobei sie nicht sicher sein kann, ob er wirklich auf ihrer Seite steht. Und zu allem Überfluss gestaltet sich die Jagd auf den gesuchten Vampir schwieriger und vor allem gefährlicher als zunächst angenommen.

Faith Hunter hat mit Jane Yellowrock einen interessanten Hauptcharakter geschaffen. Jane kann anders als etwa Patricia Briggs Mercy Thompson (Moon Called (Mercy Thompson)) nicht nur eine Gestalt annehmen, sie kann jedes Tier auswählen. Und Jane beherbergt in ihr die "Seele" einer Berglöwin, die sie Beast getauft hat. Wie sie und Beast eins geworden sind, ist ihr unklar, fest steht nur, dass Beast einen eigenen Willen hat, der immer dann in den Vordergrund tritt, wenn sie ihre Gestalt in eine Großkatze verwandelt. Faith Hunter hat Beast eine eigene Stimme gegeben, die wohl eine Art von "Bewusstseinsstrom" darstellen soll. Janes Erzählweise wird so immer wieder ablöst und zwar oft für längere Passagen. Diese Art des Erzählens war doch etwas gewöhnungsbedürftig und hat meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen. Hunter hat hier versucht, die Andersartigkeit von Beast darzustellen, gefallen hat mir dieses Experiment aber nicht besonders.
Jane selbst ist eine starke Frau, die nicht auf den Mund gefallen ist und sich von ihrer Umwelt nichts bieten lässt. Stellenweise erscheint sie mir sogar ziemlich gewaltbereit. Ihre schroffe Art ist durchaus verständlich, wenn man bedenkt, welcher Beschäftigung sie nachgeht, aber es gab einige Stellen in SKINWALKER an denen sie mir etwas gar zu kratzbürstig erschienen ist. Als Jägerin ist sie qualifiziert und bestens ausgerüstet und sie kann sich ihrer Haut erwehren. Gott sei Dank hat ihr Faith Hunter auch einige sanftere Seiten verliehen, die vor allem zum Vorschein kommen, wenn es um ihre Freundin Molly und deren Kinder geht.
Jane steht eine ganze Reihe an Nebencharakteren zur Seite, von denen meiner Meinung nach bis auf ein, zwei Ausnahmen aber niemand so Recht in Erinnerung bleibt. Hunter schafft es nicht, diesen Figuren wirkliches Leben einzuhauchen. Hier herauszuheben ist am ehesten Leo Pellissier, eines der Mitglieder des Vampirrats, der ein lebhaftes Interesse an Jane entwickelt und unbedingt hinter ihr Geheimnis kommen will und sein "Diener" Bruiser, der leicht romantische Gefühle für Jane zu hegen scheint. Rick wird als geheimnisvoll und sexy eingeführt, das Problem ist nur, dass man so gut wie gar nichts anderes von ihm erfährt und er so ziemlich oberflächlich und langweilig daherkommt.
Die Vampire in SKINWALKER sind meiner Meinung nach auch nicht besonders aufregend oder revolutionär. Faith Hunter bedient sich hier im Großen und Ganzen an den üblichen Klischees. Es gibt die so genannten Rogues, die wie wilde Tiere alles töten, was ihnen in die Quere kommt, und es gibt die geistig gesunden Vampire, die unter den Menschen leben und Diener und Sklaven haben, die ihnen jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Die Vampire sind mächtig, haben die Fähigkeit, ihre Opfer zu hypnotisieren und ihr Biss versetzt in ungeahnte Ekstase. Nichts Neues also.
Die Handlung in SKINWALKER ist durchaus spannend. Der Einstieg in den Roman ist noch etwas schleppend, aber das Tempo steigert sich im Verlauf und der Showdown ist packend. Der Ton in SKINWALKER ist insgesamt rau und an Gewalt und Blut wird nicht gespart. Je weiter der Roman fortschreitet, umso mehr Blut fließt und Gebeine fliegen, was zarter besaitete Gemüter wohl abschrecken wird. Der Fokus liegt eindeutig auf Action und der Suche nach dem Vampir, die romantischen Töne sind leise und stark gedämpft. Es gibt im Gegensatz zu vielen anderen Urban Fantasy Romanen keine Sexszenen und/oder feurige Liebesschwüre, was durchaus eine nette Abwechslung ist.

Insgesamt ist SKINWALKER der solide Beginn einer neuen Serie. Der Einstieg des Romans war zwar etwas schleppend, Beasts eigenwillige Stimme ist gewöhnungsbedürftig, die Vampire haben mich nicht vom Hocker gerissen, aber Jane ist eine sympathische Heldin mit Potenzial und das letzte Drittel des Buchs war wirklich packend. Für Vampir- und Urban Fantasy-Freunde auf jeden Fall einen Blick wert.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 21. September 2009
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